Xenophon (ca. 430-355 v.Chr.) war ein griechischer Historiker und Schriftsteller. Er wurde Weltberühmt durch die Darstellung "Anabasis" (Der Hinaufmarsch des Kyros), die acht Bände umfasst und auch den "Rückzug der Zehntausend" ans Schwarze Meer beinhaltet, den er selber als Offizier geleitet hatte, so wie durch zahlreiche weitere Schriften. Seine Werke zählen zu den wichtigsten Quellen über das antike Alltagsleben in Persien und Griechenland und hatten weitreichenden Einfluss auf die Literatur der römisch-griechischen Antike. Sein angenehmer Schreibstil führte zweifellos dazu, dass seine Werke noch lange als Schullektüre verwendet wurden.
Herodot (griechisch Herodotos) (484-425 v. Chr.) war ein griechischer Geschichtsschreiber, der in Halikarnassos (heute Bodrum, Türkei) geboren wurde. Cicero bezeichnete ihn als den "Vater der Geschichtsschreibung". Er unternahm später ausgedehnte Reisen durch Kleinasien, Babylonien, Ägypten und Griechenland. Seine letzten Lebensjahre verbrachte er mit der Fertigstellung seines großen Geschichtswerkes "Histories Apodeixis" (Forschungsbericht), der zu den wichtigsten Quelle für die Geschichte der Alten Welt und der Perserkriege zählt.
Obwohl seine Darstellung nicht immer ganz genau sind, wurden seine Angaben später oft durch die Forschung bestätigt. Seine Informationen sammelte er auf seinen Reisen, griff aber auch auf Werke seiner Vorgänger zurück. Dabei ging er durchaus kritisch mit den Berichten um. Er schrieb, als er Zeugen über den Bau der Pyramiden von Giseh befragte: "Wem das glaubwürdig ist, was die Ägypter erzählen, der mag es annehmen; mir liegt bei der ganzen Geschichte nur daran, dass ich aufschreibe, was ich von den Leuten erfahren und gehört habe."
Josephus, Flavius (37-100 n.Chr.), dessen wirklicher Name Joseph ben Mathitjahu war, gehörte zu den Pharisäern und war sehr gebildet. Nach dem jüdischen Aufstand gegen die römische Besetzungsmacht im Jahr 66 n.Chr. geriet er in die Gefangenschaft des Feldherrn Vespasian. Dort nahm er den Namen "Flavius" an. Unter Titus, Vespasians Sohn, wurde er Zeuge der Belagerung Jerusalems im Jahr 70 n.Chr. Von ihm stammen auch zahlreiche Berichte über die schrecklichen Ereignisse, die sich in Jerusalem während der Belagerung abgespielt hatten. Vergeblich hatte er versucht, die Juden zur Kapitulation zu bewegen. Nach der Zerstörung des Tempels ging er nach Rom, wo er bis zu seinem Tod als Geschichtsschreiber arbeitete.
Seine wichtigsten Werke sind "Bellum Judaicum" (über den jüdischen Krieg) und "Antiquitates Judaicae" (über die Geschichte der Juden). Josephus griff oft auf andere Quellen zurück und zitierte sie, selbst wenn sie im Widerspruch zu seinen eigenen Ausführungen standen. Seine Werke sind von unschätzbarem Wert, da sie zum Teil auf verloren gegangenen jüdischen Quellen fußen.
- Lexikon der Weltliteratur, Band 2 & 3, H. Pongs, Pattloch Verlag, Augsburg 1989
- Der Große Brockhaus, ...
- "Herodot", GEO (Wissenschaftsmagazin), 12/1996, Seite 194

