Demeter und Persephone in Griechenland (auch Rom)

Die Sage von Demeter und Persephone (Kore) (entspricht Ceres und Proserpina in Rom) bildet im gewissen Sinne eine Ausnahme, da hier die große Göttin ihre Tochter Persephone und nicht ihren Sohn (Plutus) verliert. Die Ähnlichkeiten sind daher nicht so offensichtlich wie bei anderen Mythen.


Ausschnitt des griech. Stammbaums

Werfen wir aber dennoch einen Blick auf den Mythos: Demeter, die griechischen Göttin des Ackerbaus und der Feldfrucht, und Zeus sind Geschwister. Es handelt sich also um Analogie zu Isis und Osiris, aber zugleich muss angemerkt werden, dass dieses nicht ungewöhnlich war, da z. B. auch die Eltern Kronos und Rhea Geschwister waren. Demeter bekommt eine Tochter, die Persephone.

Wie in Ägypten ist wieder eines der Geschwister "der Bösewicht".

Hades entführt Persephone in die Unterwelt und Demeter ist über alle Maßen bestürzt und ihre Trauer ist so groß, dass sie die Erde vernachlässigt, so dass die Pflanzen nicht mehr wachsen und die Menschen dadurch Hunger leiden.

Zeus bringt seinen Bruder dazu das Mädchen wieder frei zu geben, allerdings ließ er Persephone zuvor Granatapfelkerne essen, so dass sie gezwungen war alljährlich vier Monate (Herbst/Winter) in der Unterwelt zu verbringen. Im Frühjahr, wenn Tochter und Mutter wieder vereint werden, lässt Demeter die leuchtenden Frühlingsblumen gedeihen, während sie im Herbst, wenn Persephone wieder in die Unterwelt reißt wieder in Trauer fällt und die Natur sterben lässt. Dieses ist eine deutliche Analogie zu den Mythen, die sich mit dem "sterbenden" Vegetationsgott auseinandersetzen. (Siehe Ischtar/Tammus, Venus/Adonis, etc.!)

Ansonsten hat die Geschichte oberflächlich betrachtet nur wenig mit den ägyptischen Mythen zu tun.


Demeter/Ceres
(c) JBL Statues

Dennoch schreibt Diodorus Siculus über Demeter, die in Rom als Ceres verehrt wurde: "Orphesus führte den größten Teil der mystischen Zeremonien, die Orgie zur Feier der Reise der Ceres und die ganze Fabel 'der Schatten unten' (=Unterwelt?) von Ägypten ein. Die Rieten von Osiris und Bacchus sind dieselben; die von Isis und Ceres ähneln sich ganz genau bis auf den Namen".

Am Rande sei noch angemerkt, dass Demeters (Ceres) Sohn Plutus (Vater unbekannt?) von der Göttin Irene in ihren Arm gehalten wird. Dieses zeigt zumindest eine Marmorstatur in Cephisodotus (ca. 380 v. Chr.). - Ob sich Irene mit Ceres identifizieren lässt ist mir nicht bekannt. Hislop bemüht sicht nicht weiterer darum, sondern weißt auf Zusammenhänge zwischen Ceres und Babylon und keltischen Druiden hin. Halten wir die wichtigsten Punkte fest:

Wichtige Punkte:

  • Diodorus Siculus identifiziert Ceres (Demeter) mit Isis - sehr ähnliche Riten!
  • Demeter ist eine Vegetationsgöttin (Analogie Ischtar, Inanna, usw.)
  • Demeter heiratet ihren Bruder Zeus. (Wie Isis & Osiris)
  • Die beiden zeugen ein Kind, Persephone.
  • Der Bruder Hades (Analogie zu Seth?) bereitet Demeter großen Kummer in dem er Persephone entführt.
  • Persephone darf unter einer bestimmten Bedingung (Analogie zu Ischtar, Inanna, Balder) die Unterwelt verlassen.
  • Regelmäßige Trauer von Demeter um Persephone. (Analogie zu Ischtar/Tammus, Venus/Adonis)

 

Ischtar und Tammus in Babylon / Astarte und Baal in Assyrien

Ishtar of Mari
Ishtar of Mari
(c) JBL Statues

Auch hier treffen wir auf ein gewisses Schema: Ischtar, eine der babylonischen Hauptgötter, galt als "die Große Mutter", Liebes- und Fruchtbarkeitsgöttin und als Himmelskönigin. Sie wurde in der ganzen alten Welt und vielen verschiedenen Namen verehrt: Ischtar, Athtar, Astar, Ashtart, Aschtoret, Eostre, Eastre, Ostare, Ostara, usw.

Sie galt, besonders bei den Assyrern (unter dem Namen Astarte), als Göttin der Jagd und des Krieges und wurde mit Schwert, Bogen und Pfeilen im Köcher dargestellt. Hislop vermutet, dass dieses mit Nimrod, dem großen Jäger, zusammenhängt, der als erster die bekannte Welt gewaltsam unterwarf. Bei den Babyloniern wurde Ischtar eindeutig als Muttergöttin verehrt. Für gewöhnlich wurde sie nackt und mit großen Brüsten (Analogie zu sumerischen Inanna!) oder als Mutter mit einem Kind an der Brust (siehe Bild "Babylonische Göttin mit Kind".). Das Bild links zeigt die "Ishtar of Mari". Man beachte, dass Sie ein Gefäß in den Händen hält! - Wie ich am Anfang erwähnte: Dieses Motiv (Frau mit Gefäß) ist fast überall zu finden: In Babylon, Griechenland, Rom und auf päpstlichen Münzen...


Astarte
(c) JBL Statues

Astarte (linkes Bild), war konsequenter weise auch in Phönizien die höchste weibliche Gottheit und stellte die Göttin der Liebe und der Fruchtbarkeit aber auch des Krieges dar. Sie symbolisierte das weibliche Prinzip in all seinen Aspekten, so wie Baal (="Herr", Analogie zu Adonis!) die Männlichkeit personifizierte. Baal (rechtes Bild, Anmerkung zu Zweig in Baals Händen: Hislop schreibt recht viel dazu...) war wie Astarte ein Naturgott der Fruchtbarkeit und Vegetation.

In der Geschichte Israels kam es immer wieder zum traurigen Abfall von Gott, wo die Israeliten Baal oder Astarte anbeteten: Siehe z. B. 1.Kön 16,31; 1.Kön 18,21; Jer 2,8; 1.Kön 11,5f; 2.Kön 23,13, usw.

Baal
Baal
(c) JBL Statues

Ischtar war wie bei Isis und Osiris mit ihrem Bruder Tammus verheiratet. Manchmal wird Tammus auch als die Liebe ihrer Jugend bezeichnet (Analogie zu Venus/Adonis). Er wird manchmal als Wächter der Tore zum Himmel und manchmal als ein Gott der Unterwelt bezeichnet.

Er war ein Vegetationsgott (Analogie zu Baal/Adonis!) und ging in die Unterwelt, aber durch die Hilfe Ischtars konnte er jedoch wieder zurückkehren (Analogie zu Osiris). Sie selbst wird wiederum durch Tammus aus der Unterwelt ausgelöst.

Er ist das Gegenstück zum sumerischen Gott Dumuzi und ein Symbol für Tod und Wiedergeburt der Natur. Jedes Jahr stirbt Tammus im Hochsommer (im Monat Tammus, Juni/Juli) und seine Seele wird in die Unterwelt gebracht. Die Welt fällt in Leid und Trostlosigkeit und Ischtar führt die Welt in Wehklagen. (Analogie Demeter!) - Schließlich steigt sie in die Unterwelt, die von Ereshkigal regiert wird, und bringt Tammus nach vielen Versuchen zurück in die Welt, welches das erneute Aufleben der Natur zufolge hat. Ischtars heilige Sterne war Venus und Sirius. Ihr heiliges Tier war der Löwe und manchmal der Drache.

Um Tammus gab es eine gewissen Kult: Die Hauptmerkmale waren seine rituelle Heirat mit der Ischtar, wobei die Gottheiten durch den König und die Hohepriesterin verkörpert wurden, und die jährliche Klage um seinen frühzeitigen Tod (40 Tage Weinen um Tammus, siehe Hes 8,14!), welcher das Ende des Frühlings kennzeichnete. Auf Grund seiner Merkmale wird er oft mit Adonis gleichgesetzt! Hislop zeigt auf, dass Tammus vermutlich auch als Kind in den Armen seiner Frau/Mutter Ischtar verehrt wurde und auch als Sonnengott verehrt wurde.

Wichtige Punkte:

  • Ischtar ist die Braut und Schwester von Tammus.
  • Tammus = Dumuzi = Baal (Vegetationsgötter); Baal = Herr (Analogie zu Adonis)
  • Seine "Reise" in die Unterwelt / Rückkehr durch Ischtar (Analogie zu Isis & Osiris)
  • Tammus als Unterweltgott: (Analogie zu Osris)
  • Tammus als Himmelgott (Analogie zu Horus)
  • Ischtars Trauer um Tammus (Analogie zu Demeter/Venus)
  • Ischtar als Mutter mit Kind an der Brust (Analogie zu Isis, u.a.)
  • Ischtars Attribute (Fruchtbarkeit, Liebe, Mutterschaft, Große Mutter, Himmelskönigin) (Analogie zu Hathor, Venus, Demeter, Cybele)

Es gibt noch einen interessanten Zusammenhang zu "Diana von Ephesus", auch bekannt als "Artemis von Ephesus". Die Anbetung der alten Völker hatte seinen Schwerpunkt im Verehren von Naturgöttinnen wie Isis, Ischtar, Inanna. Sie wurden Königin des Himmels genannt. (Diesen Titel trägt heute die "heilige Jungfrau Maria"!)


Artemis
(c) JBL Statues

Artemis wurde ebenfalls als Göttin der Geburt, der Natur und der Ernte verehrt. Die Römer nannten sie Diana und in Ephesus wurde sie als die vielbrüstige Artemis angebetet. Ihr Tempel zählte zu eines der antiken Weltwunder und war ein beliebter Wallfahrtsort. Er wurde 262 n. Chr. von den Goten zerstört. 380 n. Chr. wurde ihr Schrein Maria geweiht, die laut Kirchenlegenden in Ephesus im hohen Alter starb. Zugleich gibt es eine Legende, dass Maria in den Himmel aufgefahren ist. Letztere Legende wurde in 1950 zum Glaubensdogma, obwohl die Bibel nichts dergleichen berichtet.

Links Artemis / Rechts Diana von Ephesus: Man beachte die Sonnenscheiben hinter den Köpfen. Diese Scheibe ist der Ursprung der heutigen "Heiligenscheine". Hislop geht auf den Turm auf den Kopf Dianas ein und identifiziert sie als Semiramis, die laut Legenden die ersten Mauern von Babylon bauen ließ[0].Dies ist aber sehr umstritten. Es gibt übrigens auch Isis-Bilder mit turmartigen Kopfschmuck.

Diana von Ephesus
Diana von
Ephesus

Da die assyrischen, babylonischen und mesopotamischen Götter sehr verwandt sind, ist es nicht verwunderlich, dass auch Ischtar und Tammus unter anderen Namen mit leichten Abwandlungen in Mesopotamien auftauchen:

 

Inanna und Dumuzi in Mesopotamien

Dumuzi war einer der beliebtesten Gottheiten Mesopotamiens. Den Legenden zufolge solle er einst ein Mensch gewesen sein, der durch die Heirat mit Inanna zum Vegetationsgott wurde. Er wurde auch "Der Hirte" genannt und war entsprechend auch ein Hirten-Gott. Seine Frau Inanna (auch Iannu genannt) war die wichtigste mesopotamische Göttin. Sie war die Göttin der Liebe, Fruchtbarkeit und des Krieges. Sie taucht in vielen berühmten Mythen, wie z. B. "Inanna's Reise in die Unterwelt", auf. In dieser Sage ging sie in das Reich der Toten und beanspruchte es als neue Herrscherin. Doch ihre Schwester Ershkigal herrschte dort und verurteilte sie zum Tode. Mit ihrem Tod starb auch die Natur und nichts mehr auf der Erde konnte ohne sie gedeihen. Durch das Eingreifen des Gottes Enki konnte sie durch das heilige Wasser des Lebens wiedergeboren werden. Allerdings musst jemand ihren Platz in der Unterwelt einnehmen. Sie wählte ihren Mann Dumuzi, der von dort an jedes halbe Jahr in der Unterwelt herrschte.


Inanna als nackte Frau
(c) JBL Statues

Im Herbst (der Jahresbeginn der Sumerer), kehrte Dumuzi auf die Erde zurück und vereinigte sich erneut mit seiner Gemahlin, welches zum Wiederaufleben und zur erneuten Fruchtbarkeit im Tier- und Pflanzenreich führte. Genauso wie in Assyrien und in Babylon wurde das neue Jahr mit der Hochzeit von Dumuzi und Inanna begonnen. Den Höhepunkt der Feier bildete - wie nicht anders zu erwarten - eine rituelle Vereinigung, wobei der König Dumuzi und eine Hohepriesterin Inanna verkörperte.

Eine Variation des Namens Inanna ist Ninnanna, welches "Königin des Himmels" bedeutet. Sie wurde auch NinsInanna genannt als eine Personifikation des Planeten Venus. Sie wurde entweder als reich gekleidete Göttin oder als nackte Frau dargestellt (siehe Bild links).

Wichtige Punkte:

  • Inanna entspricht im wesentlichen Ischtar.
  • Dumuzi entspricht im wesentlichen Tammus.
  • Sehr ähnliche Riten (Ischtar/Tammus und Inanna/Dumuzi)!
  • Siehe 'Wichtige Punkte' von Ischtar/Tammus!

 

Venus und Adonis in Rom (auch Griechenland)


Venus und Adonis

Venus, die bei den Griechen Aphrodite[1] hieß, war die Göttin der Gärten, Felder, der Liebe und Schönheit. In manchen Darstellungen ist Aphrodite die Gemahlin des Feuergottes Hephaistos. Venus war ihrem Mann Vulkan (bzw. Aphrodite ihrem Mann Hephaistos) nicht treu. Sie hatte eine Affäre mit dem Gott des Wachstums und der Natur: Adonis (phönizisch Adon; semitisch Adonai: Herr; Analogie zu Baal)

Im griechischen Legenden heißt es, dass er der Persephone (siehe Demeter), der Göttin der Unterwelt, anvertraut wurde und so zum Geliebten der Göttinnen Aphrodite und Persephone wurde. Venus, die schlimmes ahnte, ermahnter Adonis auf der Jagd vorsichtig zu sein.

Dennoch wird Adonis auf der Jagd von Aphrodites Gemahl Hephaistos, der dazu die Gestalt eines Ebers angenommen hatte, getötet[2]. Der Gott Zeus ruft ihn aber für Aphrodite ins Leben zurück und entscheidet, dass Adonis die Wintermonate bei Persephone und die Sommermonate bei Aphrodite verbringen sollte.

Im Hochsommer wurde Adonis, meist von Frauen, mit Klageliedern geehrt. Dieses ist eine deutlich Analogie zu Tammus der jährlich Juni/Juli starb und um den auch die Frauen weinten. Adonis zu Ehren wurden Adonisgärtchen mit schnell welkenden (Adonis-)Röschen angelegt.

Die Geschichte von Adonis ist trotz einiger Variationen ein weiteres Beispiel für die Geschichte vom sterbenden Vegetationsgott. Die nahe Verbindung mit Venus oder Persephone weist seinen Mythos der gleichen Gruppe von Mythen zu, wo der männliche Partner eines Paares stirbt und wiedergeboren wird.

Hislop zeigt ferner die Zusammenhänge von Adonis und Bacchus auf. Dieses macht durchaus Sinn, wenn man (ohne ins Detail zu gehen) berücksichtigt, dass Herodot Osiris mit Bacchus identifiziert und Adonis bis zu einem gewissen Maß Osiris entspricht.

Wichtige Punkte:

  • Adonis heißt wie Baal Herr.
  • Adonis war ein Gott des Wachstums und der Natur (wie Baal, Tammus, Dumuzi)
  • Venus ahnt den Tod Adonis (wie Isis den Tod von Osiris und Frigg den Tod von Balder)
  • Adonis stirbt (gewaltsam) und wird wieder belebt (wie Osirs, u.a.)
  • Adonis wird im Hochsommer durch Klagelieder geehrt (Analogie zu Tammus)

Dieselbe Urgeschichte wurde sogar bis Skandinavien weiter getragen, wenn gleich mit stärkeren Abänderungen.

 

Frigg und Balder in Skandinavien

Frigg (Frigga) war in der altnordischen Mythologie die Himmelsgöttin (Analogie zu Ischtar, usw.) und die Gattin des Gottes Odin. Sie galt als Beschützerin ehelicher Liebe und wurde vor allen von Hausfrauen verehrt. Sie wird manchmal in der germanischen Mythologie mit Freyja, der Göttin der Liebe gleichgesetzt. Balder (Baldr, Baldur) war der Gott des Lichts (Sonnengott!), der Freude, Reinheit, Unschädlichkeit und Schönheit. Er hatte noch einen blinden Zwillingsbruder Hödr (Hod).

Frigg und/oder[3] Balder träumten, dass er sterben würde. Daher brachte Frigg die ganze Natur dazu zu Schwören, Balder kein Leid anzutun. Leider vergaß sie die Mistel. Dieses nutzte der böse Riese Loki[4] aus, in dem er Hödr ein Mistelzweig als Wurfpfeil in die Hand gab und diesen auf Balder werfen ließ[5]. Balders Herz wurde durchbohrt und er fiel tot zu Boden.

Während die Götter um Balder trauerten schickte Odin den Boten Hermod in die Unterwelt um Balders Rückkehr zu erbitten. Hel, die Göttin der Unterwelt billigte dieses zu unter der Bedingung, dass alle Lebewesen um Balder weinen sollten. Wiederum durch Lokis List wurde dieses verhindert: Er hatte sich als die Hexe Thokk verkleidet und vergoss keine Träne. Balder musste in der Unterwelt bleiben und sein Körper wurde zusammen mit seinem Pferd verbrannt. Damit ging die große Götterära sein Ende entgegen. Nach dem letzten Kampf (Ragnarok), wenn die neue Welt sich aus der Asche erhebt, werden Balder und andere wiedergeboren.

Hislop weist auf folgendes hin: Balder, um dessen Tod solche Wehklagen gemacht wurden, entspricht gerade der chaldäischen Form von Baal-zer, welches "Der Same Baals" bedeutet. Es ist bekannt, dass das hebräische z oft im späten chaldäischen zu einem d wurde. Baal-zer würde dann Baal-der und kurz Balder heißen. "Baal" und "Adon" bedeuteten beide "Herr" und wenn Balder der Same oder der Sohn Baals und damit auch der Sohn Adons ist, dann müssen konsequenterweise Adon und Odin dieselben sein. Dieses versetzt Odin etwas in den Hintergrund und macht nicht ihn, sondern seinen Sohn zum Grund der Wehklagen. Dieses war aber, so Hislop, auch in Ägypten, wo manchmal Horus in Stücke gerissen wurde, wie sein Vater Osiris.

Wichtige Punkte:

  • Frigg ist die Himmelskönigin und als Freyja die Göttin der Liebe (wie Hathor, Ischtar, usw.)
  • Balder wurde u. a. als Sonnengott[6] bezeichnet.
  • In machen Erzählungen sieht (träumt) Frigg von Balders Tod. (ähnlich zu Isis und Venus)
  • Hödr, sein Bruder tötet Balder, wenn auch versehentlich[7]? (ähnlich zu Osiris und Seth)
  • Balder wird beweint (wie Tammus, Adonis, Dumuzi)
  • Der Name Balder könnte in Zusammenhang mit Baal-zer / Baal-der stehen.

 

Wo liegt der Ursprung?

Was haben wir nun durch den Vergleich der Mythen gewonnen. Nicht viel, wenn man es mit Hislops Buch vergleicht. Eins steht jedoch fest: Die hier aufgeführten Mythen zeigen deutlich ihre Verwandtschaft, wobei gar nicht alle Details betrachetet wurden. So lässt sich noch sehr viel z. B. über Bacchus (Dionysos) sagen. Auch die Aspekte der Sonnenanbetung sind bis jetzt fast völlig unbeachtet... ebenso die Rolle des Kindes.

Die Zeichnung links soll veranschaulichen, wie sich aus einer wirklichen Geschichte ein Mythos entwickelt haben könnte. Die einzelnen Mythen in den Ländern sind durch übereinstimmende Merkmale verbunden. Die ursprüngliche Geschichte hat sich durch die verschiedenen Länder immer weiter ausgebreitet, wobei die eigentliche Begebenheiten immer mehr verzerrt und ausgeschmückt wurden.

Natürlich ist diese Skizze nur eine grobe Zusammenstellung. Die tatsächliche Entwicklung war keineswegs so linear (von Station zu Station) wie die Skizze suggeriert. Sie soll nur einen groben Überblick und die Verknüpfung der verschiedenen Mythen darstellen.

Hislop zeigt in seinem Buch noch viele Parallelen zu Nimrod, Semiramis und Kush (Nimrods Vater)...

Wirft man einen zweiten Blick auf die Götter und denkt daran, dass es nur normale Menschen waren, die mit Phantasie ausgeschmückt wurden, dann fällt es einem wie Schuppen von den Augen: Wer könnte sich anders hinter Adonis, dem berühmten Jäger, verbergen als Nimrod, der gewaltige Jäger, um dessen Tod Venus (Nimrods Frau) so bitterlich weinte?

Trägt man die verschiedenen Hinweise in den Mythen und archäologischen Funden zusammen lässt sich rekonstruieren, was sich damals vermutlich abgespielt hat. Dazu muss man die Götter etwas nüchterner betrachten...

 

Die Legende von Nimrod und "Semiramis"

Viele Sagen umgeben Nimrod und "Semiramis". Einmal wird Nimrod vom Turm zu Babel erschlagen, dann heißt es wiederum, dass der Turm noch nach Nimrods Tod stand. Was ist wirklich passiert? Veith und Hislop kommen bei ihrem Versuch der Rekonstruktion in etwa zum folgenden Ergebnis:

Das System der Anbetung, dass sich in den vielen Religionen widerspiegelt, hat vermutlich seinen Ursprung in der Legende des Nimrod (hebräisch = Rebellion oder "the valiant") und seiner Frau "Semiramis" (über den Namen kann man sich streiten). Nimrod war ein Abtrünniger und rebelliert gegen Gott (wie sein Vater Kush (Cush) zuvor?). Schließlich wurde er wegen seiner bösen Taten getötet. Nach dem alten patriarchalischen System wurden die Teile seines Körpers als Abschreckung zu verschiedenen Städten geschickt. (Große Trauer um Nimrod?) Seine Frau Semiramis verbreitete das Gerücht, dass er zum Himmel aufgestiegen war, wo er eins mit der Sonne wurde. Dort regiert er am Himmel und in der Nacht in der Unterwelt. Als Semiramis später einen Sohn gebar, behauptete sie, es wäre die Reinkarnation ihres vergöttlichten Mannes, und dass er als Retter der Menschheit zurückgekommen wäre. Ferner wird Semiramis zugeschrieben, Babylon aufgebaut zu haben. Sie wurde später selbst eine Göttin (als die Mutter Gottes), die zum Himmel auffuhr, und daher als die Königin des Himmels bezeichnet wurde. Von dort an regierte sie zusammen mit dem Sonnengott im Himmel. Evtl. kam auch der Sohn tragisch (Jagdunfall?) ums Leben. (Große Trauer um den Sohn?)

Zusammenfassung:

  • Nimrod (Gatte) kommt gewaltsam ums Leben; Zerstückelung des Körpers.
  • Nimrod wird Sonnengott / bei Nacht Herrscher in der Unterwelt
  • "Semiramis" wird später schwanger und gebärt einen Sohn.
  • Vergöttlichung des Sohnes (da Reinkarnation des Sonnegottes Nimrod)
  • Große Trauer um Nimrod und/oder seinen Sohn?

Das hier präsentierte mag den Leser / die Leserin nicht sonderlich beeindrucken. Vieles mag zu unglaubwürdig klingen... Ähnlichkeiten gibt es - schön und gut, aber wozu der Lärm? Selbst wenn die vielen Mythen auf Nimrod und Semiramis zurückgehen, was soll's? Geht das uns Christen überhaupt etwas an?

Besonders die "Mutter und Kind Verehrung" muss skeptisch beurteilt werden. Scheinbar wurde sie direkt aus dem Heidentum übernommen und hat nichts mit dem biblischen Glauben zu tun. Im Gegenteil: Deutlich sieht man die Früchte dieses Kults: Anstatt zu Gott werden Gebete und Bitten an Maria geschickt. Sie wird als Mittlerin und manchmal sogar als Miterlöserin bezeichnet.

Maria mit Dornenkrone

Marias Krönung mit der Dornenkrone

Das Bild links zeigt ein Bild, indem Jesus Maria eine Dornenkrone aufsetzt. Der Künstler hat zudem Maria die Wundmale der Kreuzigung gegeben... "Durch Maria zu Jesus"? --- Nein, Danke!!!

Rechts: Maria mit Wundmalen der Kreuzigung und mit "Flammen-Herz". Stolz wird sie als Miterlöserin, Vermittlerin aller Gnade und Fürsprecherin bezeichnet!

Maria mit Wundmalen

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Das meiste war bis jetzt nur Theorie, aber was sind die praktischen Konsequenzen? Wie genau sieht der heidnische Einfluss auf uns aus?

 


[0] "...The first city in the world after the flood (from whence the commencement of the world itself was often dated) that had towers and encompassing walls, was Babylon; and Ovid himself tells us that it was Semiramis, the first queen of that city, who was believed to have "surrounded Babylon with a wall of brick." Semiramis, then, the first deified queen of that city and tower whose top was intended to reach to heaven, must have been the prototype of the goddess who "first made towers in cities." When we look at the Ephesian Diana, we find evidence to the very same effect. In general, Diana was depicted as a virgin, and the patroness of virginity; but the Ephesian Diana was quite different. She was represented with all the attributes of the Mother of the gods, and, as the Mother of the gods, she wore a turreted crown, such as no one can contemplate without being forcibly reminded of the tower of Babel. Now this tower-bearing Diana is by an ancient scholiast expressly identified with Semiramis. A scholiast on the Periergesis of Dionysius, says Layard (Nineveh and its Remains), makes Semiramis the same as the goddess Artemis or Despoina. Now, Artemis was Diana, and the title of Despoina given to her, shows that it was in the character of the Ephesian Diana she was identified with Semiramis; for Despoina is the Greek for Domina, "The Lady," the peculiar title of Rhea or Cybele, the tower-bearing goddess, in ancient Rome. (OVID, Fasti)"

[1] In einigen Legenden erhebt sie sich aus dem Schaum des Meeres oder aus einer Muschel, und ihr Name kann mit "die Schaumgeborene" übersetzt werden. Es besteht vermutlich ein Zusammenhang zum Namen Semiramis, der Königin von Babylon. Ihr Name soll auf sumerisch "Sammur-amat" (="Geschenk des Meeres") gelautet haben. Semiramis sei eine griechische Abwandlung des ursprünglichen Namens. Historisch ist der Name "Sammuramat" belegt. Er wurde in der Tat von einer Königin in Babylon um 800 v. Chr. getragen. Es ist nicht auszuschließen, dass der Name auch von Nimrods Frau getragen wurde.

[2] Es gibt auch Legenden wo er von Ares oder Artemis getötet wird.

[3]Eine weiter Version besagt, dass Odin ahnte, dass Balders Leben in Gefahr sei, er aber nichts näheres wusste. Die Mehrheit der von mir gefundenen Stellen weisen darauf, dass Balder schlechte Träume hatte und Frigg aus Sorge die Natur schwören ließ, Balder nichts anzutun.

[4]Ein Quelle gibt den Hinweis, dass evtl. Loki nicht verantwortlich für den Tod Balders war (Liegt die Schuld nur bei Hödr? Es ist interessant, dass angeblich Loki nicht bestraft wurde, wohl aber Hödr... ). Die meisten Quellen gehen aber von Loki als Übeltäter aus.

[5] Da die Götter Balder für unverletzbar hielten, haben sie vermutlich Spiele gemacht, wo Balder als "Zielscheibe" diente.

[6] Dieses sieht man z.B. an der germanischen Woche:

  • Sonntag (Soldag, Tag des Baldr (Sonnengott)
  • Montag (Manidag, Tag des Mani (Wächtergott))
  • Dienstag (Tyrsdag, Tag des Tyr (Kriegsgott))
  • Mittwoch (Wotansdag, Tag des Wotan (mächtigster Gott)),
  • Donnerstag (Donarsdag, Tag des Thor (Donnergott, Gott der Bauern))
  • Freitag (Freyjasdag, Tag der Freyja (Liebesgöttin))
  • Samstag (Laugardag, Tag des Loki (der schwarze Gott)).

[7] Vgl. Anmerkung zu Loki!

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