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Tod, Himmel und Hölle - Was sagt die Bibel dazu?

Eine Ausarbeitung und Zusammenstellung

von

Peter Engehausen

 

Zusammenfassung: Diese Ausarbeitung lässt sich in drei Abschnitte zerlegen, die jedoch eine Einheit bilden. Zunächst wird der Zustand der Toten (Was ist der Tod? Wo verbleiben die Verstorbenen? Was ist eine Seele?) behandelt. Die wesentlichen Schlussfolgerungen sind die, dass der Mensch bis zu seiner Auferstehung im Totenreich, in einem unbewussten Zustand (die Bibel nennt ihn „Schlaf“) verweilt[1].

Im zweiten Teil wird die Hölle umfassend diskutiert. Dabei zeigt sich, dass die Bibel verschiedene, scheinbar widersprüchliche Aussagen über das Schicksal der Gottlosen beinhaltet. In der vorliegenden Ausarbeitung wird versucht, eine harmonische Erklärung für dieses Problem zu finden. Im Wesentlichen ergibt sich dabei, dass das Grab und das Totenreich oft mit der Hölle verwechselt werden. In der Hölle selbst, d. h. in der Vollstreckung des ewigen Gerichts, werden die gottlosen Menschen nach ihren Taten bestraft. Jedoch ist das Ergebnis dieser Betrachtung nicht die Existenz einer ewig brennenden Hölle, sondern eine ewige und endgültige Vernichtung der Gottlosen, des Bösen und des Todes selbst.

Der dritte Teil liefert eine Gegenüberstellung der drei wichtigsten Lehren vom Schicksal der Gottlosen: Der Lehre der ewigen Qual/Hölle/Verdammnis (traditionelle Sicht), der Allversöhnungslehre (im Extremfall eine esoterische Sicht) und der Lehre der bedingten Unsterblichkeit, also der Lehre der totalen Vernichtung der Gottlosen (im Kern Sicht des Annihilationismus[2]). Diese Ausarbeitung basiert im Wesentlichen auf der zuletzt genannten Lehre. Zum Schluss wird auf Kritiken eingegangen. Es werden weiterhin Erklärungsversuche von Christen behandelt, die die Aussagen vorliegender Ausarbeitung ablehnen.


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[1] Dies entspricht in etwa der Ganztodtheorie, wie sie z. B. von Paul Althaus und Karl Barth vertreten wurde. Allerdings bleiben Details offen, wie etwa die Frage wie Gott den Menschen bei der Auferstehung genau „auferweckt“ oder „neu erschafft“.

[2] Der Annihilationismus und die Lehre der bedingten Unsterblichkeit führen zum selben Ergebnis: Der Gottlose wird im Strafgericht völlig vernichtet. Daher werden beide Begriffe, also Annihilationismus und bedingte Unsterblichkeit, oft als Synonyme verwendet. Unterschiede ergeben sich in der Beschreibung des noch lebenden Menschen. Während im Annihilationismus in der Regel davon ausgegangen wird, dass der Mensch eine unsterbliche Seele besitzt, die im Strafgericht verloren geht, besagt die Lehre der bedingten Unsterblichkeit, dass der Mensch keine unsterbliche Seele besitzt, sondern durch Gott am Ende der Zeit die Unsterblichkeit verliehen bekommt.