Der Zustand der Toten

Relevanz des Themas

Die Diskussion zum Thema "Zustand der Toten" mag für manche von geringer Bedeutung sein, doch für die folgenden vier Gruppen ist sie von hoher Relevanz:

  • Geisterbeschwörer: Es gibt Menschen, die glauben, Kontakt mit Verstorbenen aufnehmen zu können. Sollten diese jedoch in einem Zustand der Bewusstlosigkeit verharren, wäre eine Kontaktaufnahme kaum möglich. Sofern diese Menschen tatsächlich auf übernatürlichem Weg Informationen erhalten, müsste die Quelle dafür kritisch hinterfragt werden.
  • Katholiken und alle anderen, die Gebete an Verstorbene (z. B. Heilige) richten: Die Gebete an die Verstorbenen dürften überflüssig sein und unerhört bleiben, wenn die Toten tatsächlich in einem Zustand der Bewusstlosigkeit sind.
  • Trauernde, die mehr als die Hoffnung auf die Auferstehung brauchen: Sollten die Toten (in welcher Form auch immer) bewusstlos auf die Auferstehung warten, so sei dieses laut Kritiker kein richtiger Trost für die Trauerden. Erst die Vorstellung, dass der Verstorbene schon jetzt mit Christus zusammen sei und IHN sehen könne, gäbe die rechte "mütterliche Wärme". Auch die oft am Grab gesprochenen Worte ("Jetzt blickt er/sie auf uns herab…") müssten wegfallen, wenn die Toten bewusstlos sind.
    Ob dieser Vorwurf des Mangels an "seelsorgerlicher Hilfe" wirklich berechtigt ist und von allen Menschen so empfunden wird, ist eine andere Frage.
  • Jene, denen es einfach um die Wahrheit geht: Nun, es ist sicherlich richtig, dass jeder Irrtum zu einem Fallstick werden kann und das Streben nach mehr Erkenntnis richtig und wichtig ist. Dennoch darf man nicht zum Besserwisser werden, der seinen Nächsten unbedingt seine Sichtweise aufzwingen will. Soweit keine deutlichen Gefahren von einer bestimmten Ansicht ausgehen, darf man auch "zurückhaltend" Gott vertrauen, dass Er den anderen bei rechter Gelegenheit weiterführt.
"Denn wir wissen, dass der, der den Herrn Jesus auferweckt hat, wird uns auch auferwecken mit Jesus und wird uns vor sich stellen samt euch." (2Kor 4, 14)  
 

Alles aus? ...Oder wie geht es weiter?

In der Bibel wird der Tod oft mit einem Schlaf verglichen und viele Texte berichten davon, dass jeder Mensch von diesem "Todesschlaf" auferweckt wird. Die Auferstehung der Toten war schon immer eine strittige Frage. Paulus schreibt dazu:

"Wenn aber Christus gepredigt wird, dass er von den Toten auferstanden ist, wie sagen dann einige unter euch: Es gibt keine Auferstehung der Toten? Gibt es keine Auferstehung der Toten, so ist auch Christus nicht auferstanden. Ist aber Christus nicht auferstanden, so ist unsre Predigt vergeblich, so ist auch euer Glaube vergeblich.
Wir würden dann auch als falsche Zeugen Gottes befunden, weil wir gegen Gott bezeugt hätten, er habe Christus auferweckt, den er nicht auferweckt hätte, wenn doch die Toten nicht auferstehen.
Denn wenn die Toten nicht auferstehen, so ist Christus auch nicht auferstanden. Ist Christus aber nicht auferstanden, so ist euer Glaube nichtig, so seid ihr noch in euren Sünden; so sind auch die, die in Christus entschlafen sind, verloren. Hoffen wir allein in diesem Leben auf Christus, so sind wir die elendesten unter allen Menschen.
" (1Kor 15,12-19)

Für Paulus stand fest, dass es eine Auferstehung der Toten geben wird. Aber wann wird diese sein?

"Denn dies ist der Wille meines Vaters, dass jeder, der den Sohn sieht und an ihn glaubt, ewiges Leben habe; und ich werde ihn auferwecken am letzten Tage." (Joh 6,40 - Elberfelder)

"Es kann niemand zu mir kommen, es sei denn, ihn ziehe der Vater, der mich gesandt hat, und ich werde ihn auferwecken am Jüngsten Tage." (Joh 6,44)

Wie die Texte oben zeigen, sollen alle Entschlafenen, die an Jesus glaubten, auferweckt werden. Das soll am "Jüngsten Tag" oder am "letzten Tage" geschehen. Doch wann ist dieser Tag? Ist es der Tag, an dem man stirbt?

Wir lesen dazu, aus Johannes 11, den Bericht über die Auferweckung des Lazarus. Jesus ist mit seinen Jüngern vier Tage, nachdem Lazarus begraben wurde, zu Maria und Marta gekommen.

  Der „Jüngste Tag“ ist nicht der Tag, an dem man stirbt!
   

"Jesus spricht zu ihr: Dein Bruder wird auferstehen. Marta spricht zu ihm: Ich weiß wohl, dass er auferstehen wird - bei der Auferstehung am Jüngsten Tage." (Joh 11,23-24)

Die Verse zeigen, dass der Jüngste Tag in der Zukunft liegt – auch für den schon vor mehreren Tagen verstorbenen Lazarus. Der Jüngste Tag, an denen die Gläubigen auferweckt werden, kann also nicht der Todestag sein. Man beachte auch das folgende Bibelwort:

"Ich habe den guten Kampf gekämpft, ich habe den Lauf vollendet, ich habe Glauben gehalten. Hinfort liegt für mich bereit die Krone der Gerechtigkeit, die mir der Herr, der gerechte Richter, an jenem Tag geben wird, nicht aber mir allein, sondern auch allen, die seine Erscheinung lieb haben." (2Tim 4,7-8)

Alle Gläubigen bekommen ihren Lohn (vgl. 1.Tim 6,12) an einem Tag und nicht jeder an seinem Todestag! So ist es nicht verwunderlich, dass die Bibel nur von einer einzigen Auferstehung der Gläubigen (1Kor 15,51-53; Offb 20,4-6; Dan 12,13, Joh 11,23-24) spricht. Sowohl gute als auch böse Menschen erhalten ihren Lohn erst nachdem Jesus auf die Erde wiederkommt – dieser Tag ist der "Jüngste Tag":

"Denn es wird geschehen, dass der Menschensohn kommt in der Herrlichkeit seines Vaters mit seinen Engeln, und dann wird er einem jeden vergelten nach seinem Tun." (Mt 16,27)

"Siehe, ich komme bald und mein Lohn mit mir, einem jeden zu geben, wie seine Werke sind." (Offb 22,12)

Der Prophet Daniel sollte bis ans Ende der Tage ruhen, um erst dann aufzuerstehen. Der Psalmist wird Gottes Antlitz erst sehen, wenn er (aus dem Todesschlaf) erwacht:

"Du aber, Daniel, geh hin, bis das Ende kommt, und ruhe, bis du auferstehst zu deinem Erbteil am Ende der Tage!" (Dan 12,13)

"Ich aber will schauen dein Antlitz in Gerechtigkeit, ich will satt werden, wenn ich erwache, an deinem Bilde." (Ps 17,15)

Hiob schreibt sogar, dass der Mensch nicht erwacht, solange der Himmel bleibt (also auch am Ende der Tage):

"so ist ein Mensch, wenn er sich niederlegt, er wird nicht wieder aufstehen; er wird nicht aufwachen, solange der Himmel bleibt, noch von seinem Schlaf erweckt werden." (Hiob 14,12)

Auch David, ein Freund Gottes, ist auch viele hundert Jahre später immer noch nicht in den Himmel aufgefahren, sondern ruht in seinem Grab:

"Ihr Männer, liebe Brüder, lasst mich freimütig zu euch reden von dem Erzvater David. Er ist gestorben und begraben, und sein Grab ist bei uns bis auf diesen Tag. Denn David ist nicht gen Himmel gefahren; sondern er sagt selbst (Psalm 110,1): »Der Herr sprach zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde zum Schemel deiner Füße mache.«" (Apg 2,29.34-35)

Wir treffen den Herren erst bei der Wiederkunft, wenn er kommt seine Treuen zu sich zu holen!  
 

In vielen christlichen Kreisen ist die Idee verbreitet, dass Jesus nach oder bei seiner Auferstehung die "Seelen" der verstorbenen gläubigen Menschen aus dem Totenreich mit in den Himmel genommen hat. Dem ist nicht so, denn Petrus sagt, dass David nicht gen Himmel aufgefahren ist. Davon abgesehen, berichtet die Bibel nichts davon.

Jesus hat vielmehr versprochen, seinen treuen Dienern "Wohnungen" im Himmel vorzubereiten. Wenn die Gläubigen nach ihrem Tod in den Himmel gehen würden – wie oft behauptet wird, dann würden sie wohl gleich in diese Wohnungen einziehen ("Wohnung" mag bedeuten, einfach bei dem Herrn Jesus zu sein und in seiner Gegenwart zu leben). Im Johannesevangelium sagt Jesus jedoch, dass er seine Nachfolger in die vorbereiteten Wohnungen holen wird, doch erst wenn er wiederkommt:

"Im Hause meines Vaters sind viele Wohnungen. Wenn es nicht so wäre, würde ich euch gesagt haben: Ich gehe hin, euch eine Stätte zu bereiten. Und wenn ich hingehe und euch eine Stätte bereite, so komme ich wieder und werde euch zu mir nehmen, damit auch ihr seid, wo ich bin." (Joh 14,2-3) 

Auch Paulus schreibt davon, dass weder die bereits Verstorbenen noch die bei der Wiederkunft lebenden Gläubigen einen Vorteil haben. Beiden werden zur gleichen Zeit ihrem Herren begegnen (1Thes 4,13f).

 

Ergebnis: Die verstorbenen Gläubigen sind jetzt nicht im Himmel!

Die Gläubigen gehen nicht früher als bei der Wiederkunft Christi in den Himmel. Erst dann werden sie mit Jesus sein. Die These, dass gläubige Menschen unmittelbar nach dem Tod in den Himmel gehen, ist angesichts angegebener Bibelstellen nicht haltbar.

Es stellt sich nun die Frage: Wenn die Gläubigen erst bei der Wiederkunft Christi in den Himmel gehen, wo bleiben sie bis dahin?

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