Amerika - Mit Gewalt in den Gottesstaat

padderatz.jpgDr. phil. Gerhard Padderatz hat Theologie, Geschichte und Kommunikationswissenschaften studiert und ist Geschäftsführer einer Managementberatung mit Büros in Frankfurt, Zürich und Detroit, wo er jetzt lebt. Bis 1985 war er als Pastor, Dozent für Geschichte und Sozialwissenschaften, Redakteur und Verlagsberater tätig.

Sein erstes Buch Allmächtig? Ohnmächtig? Gerecht? Ein Dialog über Gott und sein Handeln.­ ist 2007 bereits in der dritten Auflage erschienen. (Siehe Advent-Verlag)

Seit sechs Jahren lebt er wieder in den USA. Im Herbst 2007 ist Mitteldeutschen Verlag sein neuestes Buch "Mit Gewalt in den Gottesstaat: Steuert Amerika in den Faschismus?" erschienen. Zum gleichen Thema hat Dr. Padderatz bereits verschiedene Vorträge gehalten, die als mp3-CD und DVDs zu erhalten sind (siehe Untermenü).

amazing discoveries schreibt: "Als scharfer Beobachter vor Ort ist Dr. Padderatz in der Lage, die gegenwärtigen Strömungen in der amerikanischen Politik und Gesellschaft differenziert zu bewerten. Lange Zeit waren die USA weltweit ein Vorbild für Demokratie, Menschenrechte und Religionsfreiheit. Doch vor 30 Jahren begann im Land ein schicksalhafter Machtkampf. Anhand zahlreicher Zitate, Fakten und Hintergründe zeichnet der Redner ein erschreckendes Bild einer Nation, die geradewegs zurück in den religiösen Faschismus des Mittelalters steuert."

Hier finden Sie Links zu den Bezugsquellen, ein Ausschnitt des Vortrags und die Mitschrift des ersten Vortrages:

Buchcover

­Amerika - Verrat an den eigenen Werten

von Gerhard Padderatz

Nürnberg, 20.04.07

 Mitschrift des Vortrags (Angaben ohne Gewähr):

[Einleitung]

1975 bin ich zum ersten Mal nach Amerika gereist. Ich hatte damals ein Stipendium des Deutschen Akademischen Austauschdienstes und ich schrieb an meiner Doktorarbeit. Ich hatte mich ein halbes Jahr dort aufgehalten und am Ende dieser Zeit hatte ich mich gründlich verliebt in dieses wunderschöne Land mit dem gastfreien Menschen, mit der Toleranz, mit der Offenheit, ja, mit der Verfassung, die eine Trennung von Staat und Kirche vorschreibt - für mich einer der Garanten für wirkliche Freiheit - keiner redet dem anderen rein... und seitdem habe ich mich immer wieder viel in Amerika aufgehalten. Ich habe eine Zeit lang in Honolulu in Hawaii gelebt, habe mich dann immer wieder in Michigan aufgehalten und auf diese Art und Weise Amerika kennen und schätzen gelernt. Über die Jahre habe ich viel mit Amerikanern zusammengearbeitet - Ich haben viele amerikanische Unternehmen als Klienten in der Unternehmensberatung gehabt , die ich seit gut 20 Jahren leite. Das alles scheint sich jetzt zu ändern...

Vor fast zwei Jahren, auf den Tag genau, erhielt ich einen Anruf aus der Schweiz von meiner Kollegin und Mitgesellschafterin in unserem Managementberatung - sie leitet das Züricher Büro. Sie hatte sich mit einem Geschäftspartner unterhalten: Es ging um die Frage, wie ist der kirchlich-religiöse Einfluss auf die Politik Amerikas. Ihr Geschäftspartner vertrat die Meinung, er wird immer geringer. Sie sagte: ganz im Gegenteil - er wird immer größer. Das ging eine Weile hin und her und schließlich rief sie mich in Amerika an und sagte: »Kannst du mir helfen? Kannst du mir Belege dafür liefern, dass meine These richtig ist, dass der Einfluss von Religion und Kirche auf die Politik des weißen Hauses zunimmt?«

Und ich hab gesagt: »Klar!« … Und dann habe ich mich ans Internet gesetzt und in nur zwei Stunden eine Recherche durchgeführt. In dieser Zeit habe ich eine Dokumentation von 40 Seiten zusammengestellt. Als ich es mir dann näher ansah, stellten sich die wenigen Haare, die ich noch habe, zu Berge und ich war schockiert. Und da ich davon ausging, dass der Geschäftspartner vielleicht nicht genügend Englisch kann, habe ich das dann ins Deutsche übersetzt und habe es zusammengefasst und habe versucht einen Artikel daraus zuschreiben. Dies wurde etwas zu lang für einen Artikel aber zu wenig für ein Buch oder eine Broschüre. Ich hab das dann nach Zürich geschickt und dachte: Was machst du jetzt damit?

Nun habe ich eine gute Freundin, eine Schulfreundin, wir kennen uns seit dem wir 13 sind. Sie ist leitende Redakteurin beim öffentlich-rechtlichen Fernsehen, verantwortlich für den Bereichdokumentarfilm. Also eine Journalistin. Ich hab ihr dann diese Dokumentation zugeschickt, und gefragt: »Du, was hältst du davon?« Und sie rief mich sofort danach an und sagte: »Du hast deinen Finger in ein Wespennest gesteckt. Das ist ja der Wahnsinn! Was du da zu Tage gefördert hast... das muss an die Öffentlichkeit! Mach mehr draus! Schreib ein Buch, ich helf dir dabei!«

Und so bin ich eigentlich ein bisschen hineingezogen worden - geschubst und gezogen worden in dieses Thema. Ich hatte es mir nicht freiwillig ausgesucht. Und je mehr ich recherchiert, geforscht habe, desto mehr war ich schockiert. Ich hab dann durch eine glückliche Führung, einen jungen Mann kennen gelernt, der an der Uni München an seiner Doktorarbeit in Philosophie schreibt. Und den habe ich dann als wissenschaftlichen Assistenten unter Vertrag genommen, um diese enorme Fülle an Material, die da draußen vorhanden ist - zu diesem Thema - zu sichten und ordnen zu können.

Und so wurde langsam ein Manuskript daraus. In 10 Tagen ist der Abgabetermin beim mitteldeutschen Verlag, der das Buch unter dem Titel "Amerika - mit Gewalt in den Gottesstaat" herausbringen wird.

Ich habe bewusst einen nichtreligiösen Verlag gewählt, denn ich glaube, dass es hier um ein Hintergrundverständnis der politischen Ereignisse Amerikas geht, die man nur verstehen kann, wenn man in die Religion und Religionsgeschichte Amerikas ein wenig einsteigt. Und das ist ziemlich starker Tobak, also wer schwache Nerven hat, der wird vielleicht nicht so glücklich mit diesem Vortrag sein. Es ist zum Teil haarsträubend und schockierend und überraschend. Und das sage ich als jemand, der Amerika liebt. Und der dort lebt seit fast sechs Jahren. Wieder mal.