Glaubwürdigkeit der Bibel

von Sophie Engehausen

 

Was ist die Bibel – Gottes Wort oder ein Märchenbuch? Von der Bibel gibt es Milliarden verkaufte Bücher. Von diesem Buch hat es mehr Auflagen gegeben als von jedem anderen Buch. [1] Dadurch hat sie unsere westliche Gesellschaft bedeutend geprägt.

Und doch ist kaum ein anderes Buch so stark kritisiert worden wie die Bibel.

Bernard Ramm schreibt: „Kein anderes Buch wurde je so zerhauen, zerstochen, gesichtet, untersucht und verächtlich gemacht. Welches Buch der Philosophie oder Religion [...] war je solchen massiven Angriffen ausgesetzt wie die Bibel? [...] Die Bibel wird aber nach wie vor von Millionen geliebt, von Millionen gelesen und von Millionen studiert." [2]

Also, was ist nun dran an der Bibel? Welchen Selbstansprüche stellt sie und ist sie historisch zuverlässig?

Das Selbstverständnis der Bibel

Die Bibel hat nicht den Anspruch, dass jeder Text eins zu eins von Gott diktiert wurde. Zwar spricht Gott an manchen Stellen auch direkt und wir "zitiert" (vgl. 2. Mose 24,4), aber die Bibel enthält auch indirekte Eingebungen. Von Gott inspirierte Schreiber berichten von Erlebtem oder Eingegebenen in eigenen Worten.

Die Bibel sagt, dass alle Schrift von Gott inspiriert und relevant ist. Sie soll uns bereichern und näher zu Gott bringen (vgl. 2. Timotheus 3,15- 17).

Woher kommt die Bibel?

Die Bibel ist in einem Zeitraum von etwa 1500 Jahren geschrieben worden. [3] Dementsprechend würde man starke inhaltliche Abweichungen und Widersprüche erwarten. Dem ist aber nicht so.

An der Bibel haben mehr als 49 Verfasser geschrieben, die aus den unterschiedlichsten Gesellschaftsbereichen stammten: Könige, militärische Führer, Bauern, Philosophen, Fischer, Zollbeamte, Dichter, Musiker, Stattmänner, Gelehrte und Hirten. [4]

Die Bibel wurde außerdem sowohl zu Zeiten des Friedens und Glücks als auch zu Zeiten des Krieges und der Verzweiflung geschrieben (Mose in der Wüste, Jeremia im Gefängnis und David in seinem Palast).

Dementsprechend setzt sich die Bibel als einer Vielzahl literarischer Stile zusammen: Dichtung, historische Erzählungen, Liebesgeschichten, Lieder, didaktische Abhandlungen, Prophetie, Gesetz und weitere. [5]

Sogar geographisch lassen sich große Unterschiede feststellen: Die Bibel wurde auf drei Kontinenten verfasst - Asien, Afrika und Europa. [6]

Dazu wurden drein Sprachen verwendet - hebräisch, aramäisch und griechisch.

Trotz all dieser Faktoren zeigt sich in der Bibel ein deutlicher, rote Faden: Die Geschichte Gottes Erlösung für die Menschheit.

In all den Schriften liegt der Fokus immer auf dem einen, wahren, lebendigen Gottes. Alle Bücher fügen sich harmonisch ineinander.

Das muss man erstmal nachmachen!

Die Überlieferung der Bibel ist einzigartig. Würde man beispielsweise Werke von Philosophen der westlichen Welt, die innerhalb der letzen 1500 Jahre entstanden, sammeln, wäre die drastischen Unterschiede der Ansichten , Modelle und Glaubenssätze mehr als offensichtlich. Man würde eindeutige Widersprüche und sicherlich keine rotes Faden erkennen können. Und dies obwohl, alle Autoren Philosophen wären (also nicht aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen kämen).

Ist die Überlieferung der Bibel historisch zuverlässig?

Es ist offensichtlich, , dass die Überlieferung der Bibel in ihrer Vielfältigkeit  und Harmonie einzigartig ist. Trotzdem stellt sich nicht die berechtigte Frage, ob denn die Schriften auch originalgetreu überliefert wurden.

Das Alte Testament:

Obwohl die Bibel auf vergänglichen Material (Pergament, etc.) geschrieben wurde, ist sie erstaunlich gut überliefert.

Bernard Ramm sagt über die Genauigkeit und Menge der biblischen Manuskriptüberlieferung:

„Die Juden sorgten für eine so sichere Erhaltung, wie es bei keinem anderen Manuskript je der Fall gewesen ist. Mit ihrer Massora (parva, magna und finalis) [7] registrierten sie jeden Buchstaben, jede Silbe, jedes Wort und jeden Abschnitt. Sie hatten eine besondere Klasse von Fachleuten in ihrer Kultur, deren einzige Pflicht es war, diese Dokumente mit praktisch vollkommener Worttreue zu erhalten und zu kopieren: Schriftgelehrte, Gesetzlehrer, Massoreten. Wer hat je die Buchstaben, Silben und Wörter von Platon, Aristoteles, Cicero oder Seneca gezählt?" [8] (eigene Hervorhebung)  

Wenn wir über die Überlieferung eines Textes nachdenken, kommt einem schnell die Assoziation mit der stillen Post. Bei diesem Spiel wird ein Satz innerhalb von wenigen Minuten beim Weitergeben so verfälscht, dass das Original nicht mehr nachzuvollziehen ist. Auch wenn wir eine Geschichte weitererzählen oder einen Text abschreiben, schleichen sich Fehler ein. Folglich stellt sich schnell die Vermutung ein, die biblischen Schriften könnten heute nicht mehr viel mit Original zu tun haben.

Allerdings vernachlässigen wir hierbei, dass die Kultur und der Umgang mit den Heiligen Schriften damals ein ganz anderer war.

Nicht etwa Laien kopierten Schriften gaben diese weiter. Es gab eine spezielle Gruppe von Fachleuten, deren Beruf es war, die Schriften zu erhalten und zu kopieren. Damit verbrachten sie ihr ganzes Leben. Dazu zählten sie beispielsweise die Buchstaben, um eine genaue Überlieferung zu sichern.

Auch Robert Dick Wilson, der mehr als 45 Sprachen und Dialekte fließend spricht, schreibt:

„Ich möchte sagen, dass das Resultat der 45 Jahre meiner Beschäftigung mit der Bibel mich zu dem immer festeren Glauben geführt hat, dass wir im Alten Testament  einen wahren historischen Bericht der Geschichte des israelitischen Volkes haben.“ [9]

Der Archeologe Professor W. F. Albright beginnt deinen Essay „ The Biblical Period“ mit den Worten:

„Die hebräische nationale Tradition übertrifft alle anderen in ihrer klaren Darstellung der Stammes- und Familienursprünge…“ [10]

Auch hat die Archäologie das Alte Testament schon unzählige Male bestätigt. Ein Beispiel hierfür sind die Hetiter.

Lange Zeit kannte die Archäologie kein Volk namens Hetiter, obwohl die Bibel mit einer Selbstverständlich über diese berichtet. Zum Beispiel stellte König David Hetiter an, die in seinem Heer kämpften.

Aus deinem Grund wurde die Zuverlässigkeit der Bibel angezweifelt.

Doch dann fand man nördlich von Ankara (Türkei) die riesige Stadt Hatusas. Eine Stadt der Hetiter. Diese beinhaltete Anlagen wie Großbauten, Paläste und Bibliotheken. Man fand auch Teile eines Wörterbuches. Nun stand fest: Die Hetiter existierten und pflegten Kontakt zu anderen Völkern. Die Hetiter waren eine Art "Militärrasse", die in fremden Armeen kämpften. Heute bezweifelt kein archäologisch Informierter Kritiker die Existenz der Hetiter. [11] [12]

 

Das Neue Testament:

Das Neue Testament (NT) ist hervorragend  überliefert. Wir wollen nur die Kopien des  NTs mit denen von berühmten Werken der Antike vergleichen.

Autor

Buch

Verfassungsdatum

Frühste Kopie

Zeitspanne

Kopien

Homer

Iljas

800 v. Chr.

Ca. 400 v. Chr.

Ca. 400 J.

643

Herodot

Geschichte

480- 425 v. Chr.

Ca. 900 n. Chr.

Ca. 1 350 J.

8

Platon

 

400 v. Chr.

Ca. 900 n. Chr.

Ca. 1 300 J.

8

 

Das Neue Testament

50- 100 n. Chr.

-Ca. 144 Fragmente

-Ca. 200 Bücher

-250 größte Teile des NT

-325 vollständige NT

50 J.

100J.

150J.

225J.

5366

John McDowell, Die Fakten de Glaubens (Copyright 2003), Holzgerlingen, S. 123

Bei dieser überwältigenden Anzahl von Manuskripten ist es nicht verwunderlich, dass John Warwick Montgomery sagt:

„...dem so entstanden Text des Neuen Testamentes skeptisch gegenüberzustehen hieße, die gesamte klassische Antike in dunkle Vergessenheit geraten zu lassen; denn kein Dokument des Altertums ist bibliographisch so gut belegt wie das Neue Testament." [13]

 

Erhaltung trotz Verfolgung

Heute liegt uns eine Vielzahl an Manuskripten vor, obwohl in der Weltgeschichte schon einige Male versucht wurde, die Bibel zu vernichten.

So versuchte beispielweise Diocletian die Heilige Schrift vernichten und Ordnete Bibelverbrennungen an. [14]

„Diocletian wollte die H. Schrift ausrotten.“ [15]

Folglich ist es eigentlich ein Wunder, dass und noch solch eine Vielzahl von Manuskripten erhalten geblieben ist.

Der Charakter der Bibel

„Die Bibel ist kein solches Buch, wie es ein Mensch schreiben würde, wenn er könnte, oder schreiben würde, wenn er wollte" [16]  (Lewis S. Chafer)

Die Bibel zeigt kein verschöntes Bild der Weltgeschichte. Sie vertuscht auch nicht das Fehlverhalten von biblischen „Vorbilder“

- Die Bibel spricht offen über die Sünden des Volkes Gottes (vgl. 5. Mose 9,24)

- Die Bibel spricht offen über die Sünden der Patriarchen (1. Mose 12,11-13; 1.Mose 49,5-7)

- Die Bibel spricht offen über: Den Ehebruch von König David und sein Versuch dieses durch Mord zu vertuschen (2. Samuel 11-12)

- Die Schreiber des Evangeliums schildern ihr Versagen und das der Apostel (Matthäus 8,10-26; 26:31-51; Markus 6:52; Markus 8,18)

- Spricht offen über Unordnung in Gemeinden (vgl. 1. Korinther 1,11; 1. Korinther 15,12; 2. Korinther 2,4)

„Die Bibel als Ganzes ist ein Buch, das die Realität im Blick hat, nicht irgendwelche Fantasievorstellungen...“ [17]

Fazit

Insgesamt kann man mit Sicherheit sagen, dass die Bibel einzigartig in ihrer Überlieferung ist. Sie ist äußerst gut überliefert und historisch zuverlässig.

Buchempfehlung

Ich habe mich bemüht, das Thema Glaubwürdigkeit der Bibel knapp, aber verständlich wider zugeben. Es gibt noch weitere Themen, die man im Zusammenhang Zuverlässigkeit der Bibel anführen könnte (z.B. wie vier- Quellenhypothese oder Übereinstimmung unter den Mansukripten). Allerdings würde dies den Rahmen sprengen. Wenn die interessiert sollte unbedingt in "Fakten des Glaubens" nachlesen. (Für wenig Geld hier zu kaufen: Link) oder hier hier online zu lesen: Link)

 

 

[1] Vgl. Josh McDowell, Die Fakten de Glaubens ( Copyright 2003), Holzgerlingen, S.79

[2] Bernard Ramm, Protestant Christian Evidence( 1953), S. 232f.

[3] Vgl. Josh McDowell, Die Fakten de Glaubens ( Copyright 2003), Holzgerlingen, S.74

[4]  Vgl. ebd.

[5] Vgl. ebd. S. 77

[6] Vgl. ebd. S. 75

[7] Die Massora ist eine hebräische Textversion der hebräischen Bibel. Hier gaben die Massorenten die Anzahl der Buchstaben an, noch auftrat, verfassten Kommentare, gaben an wo welcher Begriff, etc.

[8] Bernard Ramm, Protestant Christian Evidence( 1953), S. 230f.

[9] Robert Dick Wilson, Which Bible?, S. 42

[10] W. F. Albright in Louis Finkelsstein, The Jews, Their History, Culture and Religion, S. 3

[11] Vgl. R. Pache, Inspiration und Autorität der Bibel, a. a. O., S. 140- 141

[12] Vgl.Siegfried H. Horn, Der Spaten bestätigt die Bibel, (1 Jan. 1900), Saatkorn Verlag (Hamburg)

[13] John W. Montgomery, History and Christianity (1971), S. 29

[14] Vgl. https://www.orthpedia.de/index.php/Benutzer:Christian/M%C3%A4rtyrer_der_heiligen_B%C3%BCcher; Stand 12.2020

[15] https://books.google.de/books?id=MTpAAAAAcAAJ&pg=PT10&lpg=PT10&dq=bibelverbrennung+unter+diokletian&source=bl&ots=cRGhQyrfqk&sig=ACfU3U2L32TL-tE_K4Lj0nXY7ktLvE2BOQ&hl=en&sa=X&ved=2ahUKEwj0wevtxrftAhWCzaQKHW84CFsQ6AEwBHoECAIQAg#v=onepage&q=Diocletian%20wollte%20die%20H.%20Schrift%20ausrotten&f=false; Stand 12. 2020

[16] Lewis S. Chafer, vgl. Josh McDowell, John McDowell, Die Fakten de Glaubens ( Copyright 2003), Holzgerlingen, S.87

[17] John McDowell, Die Fakten de Glaubens ( Copyright 2003), Holzgerlingen, S.87