Kleine Auswahl heidnischer Feiertage

 

Auch viele heidnische Feste fanden Eingang ins Christentum. Besondere Feste der Sonnenanbetung wurden durchs Papsttum eingeführt. Wann immer es aus machtpolitischen Gründen angebracht schien, wurden heidnische Bräuche und Feiertage zu "christlichen" Feiertagen umfunktioniert.

Weihnachten

In den meisten christlichen Ländern wird am 25. Dezember Weihnachten gefeiert. Dieser Tag ist ein Erinnerungstag an die Geburt des Sonnengottes (z. B. Mitra) und auch die Geburt von Osiris wurde an diesem Tag gefeiert.

Es ist höchst zweifelhaft, dass Jesus am 25. Dezember geboren wurde. Wahrscheinlicher ist der wahre Geburtstermin im Herbst gewesen. (Mehr dazu kann man finden bei:   http://www.aloha.net/~mikesch/).

Als Nimrod getötet wurde, so Hislop, wurde er als abgeschlagener Baum dargestellt. Bis heute wird seine Wiedergeburt als "neuer Zweig" (Christbaum) gefeiert, der durch die lebensspendende Kraft der Schlange aus dem Baumstumpf sprießt.

Auch heute werden die Weihnachtsbäume mit "Verzierungsschlangen" geschmückt, die sich um den Baum wickeln!



Yule Log

(From MAURICE's Indian Antiquities, vol. vi. p. 368.)

In England wird Weihnachten durch das Verbrennen des "Yule log"  gefeiert, dass die Vernichtung Nimrod symbolisiert. Der Christbaum ist wiederum das Symbol für den "neuen Zweig", der gesprossen ist. Der geschmückte Baum symbolisiert also die Wiedergeburt des Sonnengottes.

In antiken Festen, die die Geburt des Sonnengottes betrafen, wurden oft Tannenbäume verwendet. Diese Symbolik ist weit verbreitet und wird sogar bei den alten indianischen Kulturen Südamerikas gefunden!

Auch Tieropfer wurden an diesem Tag dargebracht: Üblicherweise Tiere wie Schweine und Gänse.

Beide Tiere werden noch immer gerne als Weihnachtessen in Europa gegessen: Die Weihnachtsgans ist in Zentraleuropa sehr beliebt und der "Christmas gammon" (Schweinefleisch) wird in England zu Weihnachten verzerrt. In anderen Ländern, wo es kaum Tannenbäume oder Gänse gibt werden sie durch andere Bäume oder Vögel ersetzt.

Ostern und die Fastenzeit

Sicher ist, dass in vielen nichtchristlichen Religionen die Sonne als Lichtspenderin und göttliche Fruchtbarkeitsquelle verehrt und bei Frühlingsfesten gefeiert wird. Einige Osterbräuche werden daher auf den germanischen respektive keltischen Sonnenkult zurückgeführt. Dazu gehören Frühlings- und Osterfeuer (siehe unten), aber auch die Osterräder, die vermutlich über zweitausend Jahre alt sind. 

Unsicher ist die Verbindung von Ostern und Babylon, die Hislop und andere vermuten. Er behauptet: Ostern (engl. Easter) wurde zur Ehre der babylonischen Göttin Ischtar gefeiert. Allein der Ausdruck lasse sich direkt auf den heidnischen Ursprung zurückverfolgen:

"Ostárâ, Eóstra [war] eine bei den westgermanischen Stämmen verehrte Licht- und Frühlingsgöttin. Die Übertragung der Licht- und Lebensfeier auf Christum, die Sonne des Lichts und des Lebens, konnte sich leicht vollziehen." (C. Meusel, Kirchliches Handlexikon, Band 5, 1897, Seite 94).

Die Göttin Ostara wurde angeblich in den alten angelsächsischen Mythen mit der aufgehenden Sonne (Sonnenanbetung!) personifiziert. In dieser Eigenschaft wurde sie auch mit dem Frühling assoziiert und als eine Fruchtbarkeitsgöttin betrachtet. Sie war ein Freund aller Kinder und um sie zu amüsieren verwandelte sie ihren Lieblingsvogel in einem Hasen. Der Hase legte leuchtend bemalt Eier, die die Göttin den Kindern schenkte.

Der christliche Gelehrte Venerable Bede (672-735 n. Chr.) erklärte in seinem Buch "De Ratione Temporum", dass Ostern (Easter) nach der Göttin Eostre (Eastre) benannt wurde. Sie war die große Mutter Gottes der sächsischen Menschen in Nordeuropa. Die gleichen "teutonischen Morgengöttinnen [des Frühlings und] der Fruchtbarkeit waren bekannt als Ostare, Ostara, Ostern, Eostra, Eostre, Eostur, Eastra, Eastur, Austron and Ausos."

Die Zusammenhänge und Hintergründe zum Ursprung des Wortes Ostern und der Göttin Ostara gelten heute als unsicher. Sicher ist nur die allgemeine Verehrung von Frühlingsgöttinnen, die unter verschiedenen Namen bekannt waren:

Aphrodite in Zypern, Astarte in Phönizien, Demeter in Griechenland/Sizilien, Hathor in Ägypten, Ischtar in Assyrien/Babylon, Kali in Indien, Ostara usw. in Nordeuropa. - All diese Götter wurden im Frühling gefeiert!

Das Osterfest, von dem wir in der Kirchengeschichte des 3. und 4. Jahrhundert lesen, unterscheidet sich von dem heutigen Osterfest und zur jener Zeit trug es noch einen anderen Namen: Es wurde Pasch- oder Passahfest genannt und von vielen Christen als Gedächtnis Christi Tod und Auferstehung gefeiert, obwohl dieses weder von Christus noch von einem Apostel angeordnet wurde. (So der Historiker Socrates). Jesus hatte ja zuvor bereits das Abendmahl (Mt 26,26-28; Mk 14,22-24; Lk 22,19-20, Joh 13,1-30) als Gedächtnisereignis eingesetzt.

Im Laufe der Jahre verschwammen die Grenzen zwischen dem heidnischen Osterfest und dem Passahfest, so dass auch bei Bibelübersetzungen kleine Fehler auf das mangelnde Wissen um das Osterfest hinwiesen. (Die alte Lutherübersetzung bis 1912 übersetzt z. B. pascha mit Ostern!)

Das Fest wurde ursprünglich zur gleichen Zeit wie das jüdische Passahfest gefeiert und wurde nicht von der 40-tägigen Fastenzeit begleitet. Der Mönch Cassianus von Marseilles (5. Jahrhundert) berichtet, dass dieses Fasten in der Kirche bis dahin nicht üblich war.

Woher kommt denn dann die Einhaltung der 40 Tage? Hislop schreibt, dass diese Fastenzeit den Babylonischen Anbetern entliehen wurde. So hielten bis ins vorige Jahrhundert (vielleicht auch noch heute) die Yeziditen und andere Götzendiener in Kordistan jedes Frühjahr eine 40-tägige Fastenzeit, die sie, so Hislop, von ihren alten babylonischen Meistern übernommen hatten.

Eine 40-tägige Fastenzeit, die drei Tage nach der  Frühlingstagundnachtgleiche (um den 21. März) begann (zu Ehren der Sonne!), wurde auch von heidnischen Mexikanern gehalten (Humboldt). Auch in Ägypten und anderen Ländern war die 40-tägige Fastenzeit verbreitet (Wilkinson, Landseer).

Hislop schreibt, dass die vierzig Tage des Fastens mit dem Andenken an den Tod und an die Auferstehung von Tammus in Verbindung stehen. Die Fastenzeit wurde in den katholischen Kalender 519 n. Chr. durch den römischen Bischof Hormisdas eingeführt. Um dieses möglich zu machen wurde das Datum von Dionysius (der Kleine?) verändert, so das Ostern einen Monat später gefeiert wurde als das ursprüngliche jüdische Passah Fest. Dieses wurde gemacht, um Ostern mit den babylonischen Festen in Einklang zu bringen. Nicht alle Christen begrüßten diese Änderung, aber sie wurde schließlich mit Gewalt durchgesetzt.

Auch die Osterfeuer sind heidnischen Ursprungs und wurden durch die Kirche in die Osterzeremonien aufgenommen. (The Catholic Encyclopedia, Article "Easter".)

An diesem Tag wurde Feuer entzündet und Kuchen für die Königin des Himmels gebacken.  Die Kuchen, die zudem mit gleichseitigen Kreuzen verziert, die Sonne symbolisieren, sind bis auf den heutigen Tag  als "Hot Cross Bun" (warme Kreuzsemmeln) bekannt und eine Osterdelikatesse. Auch das Ei ist ein heidnisches Symbol, dass die Wiedergeburt symbolisiert und verzierte Eier wurden traditionell an diesem Feiertag verzehrt. Auch die alten Israeliten erlagen diesen Bräuchen. In Jeremia 7, 18 lesen wir:

"Die Kinder lesen Holz, die Väter zünden das Feuer an, und die Frauen kneten den Teig, dass sie der Himmelskönigin Kuchen backen, und fremden Göttern spenden sie Trankopfer mir zum Verdruss."

Der kirchliche Historiker Socrates bezeichnet die Einführung des Osterfestes als das Verewigen von alten Bräuchen, "gleich wie viele andere Bräuche eingeführt wurden.". (Encyclopedia Britanica vol. VII p. 614)

Zwei heidnische Eier

 

Der Tag des Heiligen Johannes (des Täufers)

Dieses katholische Fest wird am 24. Juni gefeiert und entspricht der Sommersonnenwende. In biblischen Zeiten wurde es als das Fest des Gottes Bel oder Tammus gefeiert und es war üblich durch ein brennendes Feuer zu springen, was der HERR ablehnte.

 

Weiteres heidnisches Gedankengut

Gerechtigkeit durch Werke

Auch die Werksgerechtigkeit ist in fast allen antiken und heutigen Religionen verbreitet. Die alten Ägypter glaubten, dass das Herz alle guten und bösen Taten eines Menschen aufnimmt (aufzeichnet) und es daher für das Totengericht verwendet wird. Das Herz verkörperte praktisch den ganzen Charakter des Menschen und darum wurde es auch nicht, wie z. B. das Gehirn beim Mumifizieren entfernt und vernichtet. Nach dem eine Person starb, wurden seine Taten (sein Herz) gegen die Feder von Maat (die Göttin der Wahrheit und Gerechtigkeit) gewogen.

Das Totengericht

Das obige Bild zeigt die im Neuen Reich übliche Darstellung des Totengerichts, in dem das Herz des Toten (kleines Gefäß auf der rechten Waage) gegen die Feder von Maat (links) gewogen wird. Der Gott Anubis (der mit Gott mit Hundekopf unter der Waage) überwachte die Waage und der Gott des Schreibens, Thoth, hielt das Ergebnis fest. Hatte die Person ein gutes Leben geführt durfte der Verstorbene in Paradies um dort mit Osiris für immer zu leben. Schlug die Waage zur Ungunst des Toten aus, so wurde die Person vom krokodilköpfigen Monster ("Fresser der Toten", links) verschlugen.

Es ist anzunehmen, dass in Babylon eine ähnliche Vorstellung herrschte. Daher war es wohl kein Zufall, dass die Nachricht an Belsazar in Dan 5,27 lautete: "...man hat dich auf der Waage gewogen und zu leicht befunden". Diese Worte hatten vermutlich für den König (Prinzregenten) eine tiefere Bedeutung und unterstrichen das Urteil Gottes.

Im christlichen Glauben wird man jedoch nicht durch Werke, sondern durch den Glauben gerecht, d. h. das ewige Leben hängt vom Glauben ab. So war es im Alten Testament (vgl. Röm 4,6.9) und so unterstreicht es auch Paulus in Röm 3,21f. Natürlich ist das nicht so zu verstehen, dass wir gegen Gottes Gebote verstoßen können, nur weil wir glauben. Wahrer Glaube führt dazu, dass wir nach und nach innerlich umgestaltet werden und so Gottes Willen gerne tun (aus Liebe - nicht aus Pflicht!). Schon Jakobus ermahnte die Gläubigen, dass wahrer Glaube ohne Werke tot ist und Johannes schrieb: "Wer sagt: Ich kenne ihn, und hält seine Gebote nicht, der ist ein Lügner, und in dem ist die Wahrheit nicht." (1Joh 2,4)

Ein Leben in Gesetzlosigkeit (das ständige Übertreten der Gebote Gottes) ist genauso verkehrt, wie das Streben durch Werke erlöst zu werden!

In anderen Religionen spielen die Werke (die Taten) eine übergeordnete Rolle, da hier oft das Heil (zukünftiges Schicksal) von den Taten und nicht vom Glauben abhängt und leider findet man auch im Katholizismus deutliche Spuren davon: Durch bestimmte "Glaubensübungen" sollen den Gläubigen verschiedene Segnungen widerfahren, wie z. B. Vergebung von Sünden, Verkürzung von Leiden im Fegefeuer, usw. Die Bibel jedoch macht klar, dass die Werke an sich nicht dazu führen, dass wir gerettet werden: Ganz gleich wie viel Geld wir spenden, wie viele Wallfahrten wir machen, ja selbst wenn wir große Wunder wirken könnten aber keine enge Beziehung zu Gott haben, so wird auch auf uns die Bibelstelle Mt 7,22-23 zutreffen:

"Es werden viele zu mir sagen an jenem Tage: Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweissagt? Haben wir nicht in deinem Namen böse Geister ausgetrieben? Haben wir nicht in deinem Namen viele Wunder getan? Dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch noch nie gekannt; weicht von mir, ihr Übeltäter!"

Die Taten werden uns nicht das ewigen Leben bringen und es ist auch unbiblisch Gott durch Werke gnädig zu stimmen[1]: Gott vergibt uns gerne, wenn wir doch nur aufrichtig die Sünden bereuen und sie lassen wollen (Umkehr!). Er ist der Gott der Liebe und sehnt sich danach uns zu retten: Wir müssen nur wollen und selbst darum können wir ihn bitten! Wenn wir mal sündigen, so können wir direkt zu Gott kommen und ihm um Vergebung bitten, denn Johannes schreibt (auch an uns): 1.Joh 2,1

"Meine Kinder, dies schreibe ich euch, damit ihr nicht sündigt. Und wenn jemand sündigt, so haben wir einen Fürsprecher bei dem Vater, Jesus Christus, der gerecht ist." Jesus ist unser Mittler - Er ist der EINZIGE Mittler! Durch ihn ALLEIN können wir Vergebung erhalten (1.Tim 2,5) und wir brauchen für die Vergebung unserer Sünden weder Priester, noch Papst, noch Heilige, noch Maria und auch keine WERKE!

Der Rosenkranz und das Gebet

Jesus sagt über das Beten:  "Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht viel plappern wie die Heiden; denn sie meinen, sie werden erhört, wenn sie viele Worte machen." (Mt 6,7) - Nun, was hat das mit dem Rosenkranz zu tun? Leider sehr viel! Das ständige Wiederholen von bestimmten Gebeten ist in vielen Religionen nachweislich und wo ist der Unterschied, ob man 150 Ave Maria aufsagz oder 150 Mal einen anderen Gott anruft? Es ist "plappern wie die Heiden", auch wenn der Inhalt anders sein mag. Das Schlüsselwort ist "plappern wie" und nicht "plappern was"!

Zwar wird oft versucht den Rosenkranz in Schutz zu nehmen, wie z. B. durch folgende Argumentation: In Lk 11,1 lehrt uns Jesus zu beten (Vaterunser) und da im Rosenkranz auch 15 mal das Vaterunser gebetet wird, ist es besonders gut, den Rosenkranz zu beten!

Diese Argumentation ist natürlich eine Scheinargumentation, denn Jesus wollte den Jüngern klar machen, wie sie beten sollen (Kontext von Mt 6,5f beachten!) und nicht was. Wenn man nun fünfhundert mal am Stück "Ich lobe Gott!" sagt, dann ist an der Aussage nichts verwerfliches, doch es ist ein heidnisches Plappern, was übrigens zu Trancezuständen führen kann.

Der "Rosenkranz" finden sich natürlich auch in anderen Religionen... Er war keine Erfindung des Papsttums, sondern wurde bei den alten Mexikanern, bei Anhängern des Buddha-, Brahma- und Hindukult und bei vielen anderen heidnischen Religionen gefunden. Beim Tod von Sati, der Frau von Shiva wurde der Rosenkranz wie folgt eingeführt:

"Als Shiva von diesen Ereignis hörte, wurde er aus Kummer Ohnmächtig. Nach dem er sich erholt hatte, eilte er zu den Ufern des Flusses der Himmel, wo er den Körper seiner geliebten Sati lagen sah, geschmückt mit weißen Kleidern, einen Rosenkranz in ihrer Hand haltend und prachtvoll glänzend, hell wie poliertes Gold." - Hislop geht in seinem Buch noch weiter ins Detail, was an dieser Stelle nicht geschehen soll. Wichtig ist noch zu erwähnen, dass sich der Rosenkranz erst nach 910 n. Chr. verbreitet hat ...


Perlenkette bei meopotanischen Priestern.

Typischen Rosenkranz aus ägyptischen Gräbern.

Das unbefleckte Herz (Immaculated Heart)

Seit längerer Zeit gewinnt die Verehrung des unbefleckten Herzen (von Maria bzw. Jesus) mehr und mehr Beachtung.

Die Bilder auf der rechten Seite zeigen die übliche Darstellung dieser Verehrung. Es ist kaum Verwunderlich, dass die Verehrung des Herzen schon seit Jahrtausenden in anderen Religionen vertreten ist.

Vermutlich weiß jedes Kind um den blutigen Herzkult der Azteken. Das folgende Bild zeigt Quetzalcoatl, den God des Lebens und des Todes (ca. 1000 v. Chr.) mit aufgeschnittener Brust.

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Menschenopfer, bei denen das Herz der Sonne geopfert wurde, gehörten zum Kult.

Das flammende Herz wird auch manchmal als Amulett dargestellt wie in dem Bild rechts. Von der römischen Jungend wurde das Herz als Schutzamulett um den Hals getragen.

Die Verehrung des Herzens ist aber auch in anderen Kulten (Osris, Vishnu, Bel, etc.) zu finden.

Der Vatikan hat vier Enzykliken über das "Heilige Herz" herausgegeben (Annum Sacrum by Leo XIII in 1899; Caritate Christis Compulsi by Pius XI in 1932; Miserrentissimus Redemtor by Pius XI in 1928; Haurietis Aquas by Pius XII in 1956.)

Das unbefleckte Herz

(Jesus und Maria)

Das unbefleckte Herz (Maria)

Interessanterweise gibt Haurietis Aquas zu, dass die besondere Anbetung des Herzens nie in den Heiligen Büchern erwähnt wurde. Es stellt sich die Frage, da Pius XII den unbiblischen Ursprung dieser Anbetung bestätigt, woher dieser Kult stammt.

Cupid, with fruit of the Perséa
(Holzschnitzerei)

Eine Antwort liefert Hislop: Die Verehrung des "Heiligen Herzen" stammt aus den Antiken Religionen Babylons, Ägyptens (Osirsikult). Später tauchten auch Kleinkind-Gottheiten mit z. B. einer Herzförmigen Frucht auf.

Hislop schreibt ferner: "Als Bel (=Tammuz, ...) als Kind wiedergeboren wurde, repräsentierte er die Inkarnation der Sonne. Daher, um auf seine Verbindung mit der feurig brennenden Sonne hinzuweisen, wurde das "Heilige Herz" oft als "Flammen-Herz" dargestellt. Dieses ist uns jedoch auch aus der römischen-katholischen Kunst bekannt! (Siehe Maria mit Wundmalen.)


[1] Das sieht man auch im Alten Testament bei: Jes 58,5-6: "Soll das ein Fasten sein, an dem ich Gefallen habe, ein Tag, an dem man sich kasteit, wenn ein Mensch seinen Kopf hängen lässt, wie Schilf und in Sack und Asche sich bettet? Wollt ihr das ein Fasten nennen und einen Tag, an dem der HERR Wohlgefallen hat? Das aber ist ein Fasten, an dem ich Gefallen habe: Lass los, die du mit Unrecht gebunden hast, laß ledig, auf die du das Joch gelegt hast! Gib frei, die du bedrückst, reiß jedes Joch weg!" Oder bei Jes 1,11.16-18 lesen wir:
"Was soll mir die Menge eurer Opfer? spricht der HERR. Ich bin satt der Brandopfer von Widdern und des Fettes von Mastkälbern und habe kein Gefallen am Blut der Stiere, der Lämmer und Böcke... Wascht euch, reinigt euch, tut eure bösen Taten aus meinen Augen, lasst ab vom Bösen! Lernet Gutes tun, trachtet nach Recht, helft den Unterdrückten, schaffet den Waisen Recht, führet der Witwen Sache! So kommt denn und lasst uns miteinander rechten, spricht der HERR. Wenn eure Sünde auch blutrot ist, soll sie doch schneeweiß werden, und wenn sie rot ist wie Scharlach, soll sie doch wie Wolle werden." - Gott möchte keine leeren Handlungen, sondern aufrichtige Buße und Umkehr von Sünde! Er lädt uns ein zu ihm zu kommen und wir brauchen keine Angst vor ihm zu haben. David erkannte dieses und schrieb das Loblied Ps 103! Verse 2-3: "Lobe den HERRN, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes getan hat: der dir alle deine Sünde vergibt und heilet alle deine Gebrechen..."

Fegefeuer und Höllenfeuer

"Das Alte Testament lehrt kein sofortiges Weiterleben nach dem Tode. Auch Jesus vertrat keine neue Lehre über die Natur des Menschen. Wie kam es dazu, dass schon sehr früh falsche Vorstellungen in die christlichen Kirchen eindrangen?

Schon in der frühesten Geschichte unternahmen Menschen Versuche, dem Grauen des Todes auszuweichen. Die Vorstellung vom Versinken ins Nichts war für die Menschen ein unheimlicher, kaum zu ertragender Gedanke. Deshalb wurde immer wieder versucht, der letzten Konsequenz auszuweichen und sich an die verschiedensten Vorstellungen eines Fonlebens nach dem Tode zu klammern.

Beinahe bis zum Beginn der Menschheitsgeschichte kann die Idee zurückverfolgt werden, der verstorbene Mensch sei in Wirklichkeit nicht tot, das Leben sei nicht erloschen. Begründet wird diese Annahme mit der Vorstellung, es gebe eine vom Körper unabhängige Seele, die vom Tod nicht betroffen werde. Grundlage für dieses Denken ist die Weigerung des Menschen, den Tod als Ende des Lebens zu akzeptieren.

Die babylonische Literatur ist voll von Spekulationen über das Sein im Tode und über die Erlangung des ewigen Lebens. Bei den Babyloniern verbindet sich ein unstoffliches Element mit dem Körper, und diesem Element wird Unsterblichkeit zugeschrieben.

Bei den alten Ägyptern herrschte anfänglich nicht der Gedanke an das Weiterleben einer vom Körper getrennten Seele, sondern der ganze Mensch blieb nach ihrer Vorstellung trotz des Sterbens am Leben. Aus dieser Vorstellung heraus entwickelte sich bei den Ägyptern die bekannte Sitte, die Körper der Verstorbenen durch Einbalsamieren zu erhalten. Auf diese Weise sollten sie vor der Verwesung geschützt werden. Das wiederum machte die Aufbewahrung der Mumien in so genannten Totenkammern notwendig. Später veränderten sich die Vorstellungen bei den Ägyptern und der Totenkult wurde immer komplexer.

Unter den Völkern Persiens und Indiens fand die Lehre von der Unsterblichkeit der Seele früh Eingang, wobei die Seele, das Lebensprinzip des Menschen, als Feuer gedacht wurde. Aus diesem Grunde bevorzugte man die Feuerbestattung, damit die Seele wieder zu ihrem eigentlichen Element zurückkehren könne. Mit dem Brahmanismus kam dann die Lehre von der Seelenwanderung dazu.

Bei den Griechen fand der Gedanke an die Unsterblichkeit der Seele seine klassische Ausprägung. In der zweiten Hälfte des 5. Jh. v. Chr. hielt der Glaube an die menschliche Unsterblichkeit seinen Einzug in die griechische Welt. Besonders Plato, der sich unter dem Einfluss von Sokrates der Philosophie zuwandte wurde zweifellos zum berühmtesten Vertreter dieser Lehre. Bei ihm fand ein Gedanke besondere Betonung: Der Leib ist der Kerker der Seele, darum ist der Tod die Befreiung der Seele aus diesem Gefängnis.

Der griechische Philosoph Aristoteles (384 bis 321 v. Chr.) war ein Schüler Platos. Kein Wunder, dass auch er - besonders in seinen frühen Werken - im Menschen nicht eine Einheit sah, sondern, wie sein Meister, die Seele als Gefangene des Körpers betrachtete. Er hat in seiner "Mahnrede zur Philosophie" das Verhältnis zwischen dem vergänglichen Leib und der unsterblichen Seele anhand eines Vergleichs sehr krass dargestellt. Die Gebundenheit der Seele an den Leib verglich er mit dem Schicksal von Menschen, die in Gefangenschaft etruskischer Seeräuber geraten waren. Von letzteren wird erzählt, sie hätten ihre Gefangenen lebendigen Leibes an Leichen gebunden. Mit dem Gesicht gegen die Leiche gewandt, mussten diese armen Menschen elend zugrunde gehen. Aristoteles verglich nun diese Gefangenen in ihrem so unerträglichen Zustand mit der Seele und die Leichen mit dem Leib des Menschen.

Es lässt sich leicht ausmalen, mit welcher Verachtung der so verglichene Leib betrachtet wurde und wie sehnsüchtig man dem Augenblick der Befreiung der Seele von dessen Banden entgegensah. So betrachtet, wurde der Tod als wahrer Erlöser, als Durchgangstor zu einem erst mit dem Sterben beginnenden wahren Leben, angesehen. Eine bezaubernde Philosophie hatte ihre Formulierung gefunden und trat nun ihre Reise in die ganze Welt an.

Von all diesen heidnischen Einflüssen blieb die christliche Gemeinde nicht verschont. Schon bevor sich die Reihen der Auferstehungszeugen lichteten, gab es in der Gemeinde etliche Leute, welche sagten, es gebe keine Auferstehung der Toten (1. Korinther 15,12). Andere wiederum behaupteten, dass die verheißene Auferstehung der Toten schon stattgefunden habe (2. Timotheus 2,16-18).

Obschon da und dort Christen von der Botschaft Jesu und der Apostel abwichen, blieben viele auf der ursprünglichen Linie. Gemäss ihren Aussagen bleibt ewiges Leben das ausschliessliche Vorrecht der Erlösten.

Clemens von Rom, Ignatius von Antiochien und der Verfasser des so genannten Barnabasbriefes sind, was die Lehre über die Natur des Menschen anbetrifft, noch bibeltreu. Von Justin dem Märtyrer (um 110 n. Chr. geboren) heißt es in seinem berühmten Gespräch mit dem Juden Tryphon im 50. Kapitel: "Wenn ihr mit solchen Leuten bekannt geworden seid, die sich Christen nennen und die Auferstehung der Toten leugnen und behaupten: ihre Seelen werden sogleich nach dem Tode in den Himmel aufgenommen, so haltet sie nicht für Christen."

Pfarrer L. Reinhardt, der dieses Zitat anführt, sagt dazu: "Also noch um die Mitte des zweiten Jahrhunderts galt die platonische Unsterblichkeitslehre den wirklichen Christen für eine widergöttliche, antichristliche Lehre, welche man nur bei fälschlich sich Christen nennenden Leuten treffe." CL. Reinhardt: "Kennt die Bibel das Jenseits?", Seite 149+150. Ernst Reinhardt-Verlag, München, 1925.)

Mit der Zeit bekannten sich immer mehr ehemalige heidnische Philosophen zum Christentum. Einige dieser Männer versuchten philosophisches Gedankengut mit der christlichen Hoffnung in Einklang zu bringen. Die Zahl jener war ja nicht gering, die wohl das Christentum annahmen, dabei aber den Philosophenmantel nicht ablegten.

Schon Athenagoras (ca. 127-190) ließ sich in der Frage der christlichen Auferstehungshoffnung auf Kompromisse ein. Er gilt als der vielseitigste und gewandteste Verteidiger der christlichen Glaubenslehre des 2. Jahrhunderts. Aus seinem Leben ist nur wenig bekannt. Er hat ein Buch über die Auferstehung geschrieben. In diesem Werk vermengte er den Auferstehungsglauben mit der Lehre von der Unsterblichkeit der Seele. Er versuchte aber, die Unsterblichkeit der Seele nicht mit der Bibel, sondern mit philosophischen Argumenten, mit griechischer Weisheitslehre zu begründen.

Tertullian (geboren 150 n. Chr.) ist der erste Christ, der Fegfeuer, Hölle, ewige Qualen und das Gebet für die Toten in sein Lehrgebäude aufgenommen hat. Seiner Ansicht nach gehen die Seelen der Märtyrer in den Himmel, jene der andern Menschen in die Unterwelt, wo sie auf das Gericht warten.

Wir stehen also mit den beiden letztgenannten Männern am Beginn einer Abkehr von der biblischen Hoffnung. Mehr und mehr wird die Unsterblichkeit der Seele ins Blickfeld gerückt und die Auferstehungshoffnung in den Hintergrund gedrängt. Dieser Prozess ging vor allem in Alexandria im großen Stil vor sich. Alexandria war der Ort, an dem dieses Verschmelzungswerk in großem Masse betrieben wurde. Clemens von Alexandrien (ca. 150-220 n. Chr.) übte diesbezüglich einen mächtigen Einfluss aus. Dies gilt besonders auch für die uns hier beschäftigende Frage der christlichen Hoffnung. In seinen frühen Schriften lehrte Clemens noch nicht die natürliche Unsterblichkeit der Seele, er betrachtete aber das Christentum als den Zusammenfluss zweier Ströme: des Judentums und des Heidentums. Durch seine Beschäftigung mit griechischer Philosophie und mit der Gnosis war er allmählich dahin gekommen, seinen Standpunkt zu ändern.

Schließlich lehrte er, die Seele habe die gleiche Substanz wie Gott. Er widerspricht sich aber in verschiedenen Punkten; einerseits lehrt er die Vernichtung der Seelen der Gottlosen, andererseits glaubte er doch an die Unsterblichkeit der Seele. Er lehrt wohl das Fegfeuer, lehnt aber die ewigen Höllenqualen ab.

Origenes war ein Schiller des Clemens von Alexandrien, der die Lehren seines Meisters vervollständigte, wenn auch in einer anderen Richtung. Origenes hat die Lehren der Heiligen Schrift gänzlich vergeistigt. "Der einzelne steigt in allmählicher Vervollkommnung, das Materielle immer mehr hinter sieh lassend, zu Gott empor. Nach dem Tode warten seiner Läuterungsfeuer[1] und Seligkeit oder Hölle und neue Welten zu neuer Bewährung; zuletzt werden alle, auch der Teufel, der Seligkeit teilhaftig werden."' Später wurde Origenes als Häretiker betrachtet; aber nicht wenige seiner Theorien beeinflussten die Glaubenssätze der Kirche.

Nachdem die Vermischung in einer tragischen Weise fortgeschritten war, formulierte Augustinus (354-430 n. Chr.) die Lehre der Kirche in dieser Frage. Sie wurde bis heute nur wenig verändert. Augustinus hatte bereits vor seiner Bekehrung zum Christentum ein Buch geschrieben, worin er sechzehn Gründe für die Unsterblichkeit der Seele angab. So war er bereits diesen heidnischen Voraussetzungen ergeben, bevor er ein Christ wurde. Christlicher Neuplatonismus bildete einfach die Brücke. Mit Augustinus erreichte die Idee von der Unsterblichkeit der Seele den Höhepunkt der nachnizäisehen Zeit.

Es war dann Thomas von Aquino (geb. 1226), welcher der Lehre von der Unsterblichkeit der Seele in der Kirche ihre endgültige Form verlieh; und an der achten Sitzung des fünften Laterankonzils im Dezember 1513 proklamierte Papst Leo X. offiziell das Dogma von der natürlichen Unsterblichkeit der Seele.

Die Lehre von einer sogenannten unsterblichen Seele fand ihren Ursprung weder im Judentum noch bei Christus. Sie ist ein Kind des Heidentums, ganz besonderes der griechischen Philosophie. Das Zusammenfliesen von christlichem und heidnischem Gedankengut hatte für die Christenheit verheerende Folgen; denn wenn zwei Flüsse zusammenfliesen, der eine mit schmutzigem und der andere mit klarem, reinem Wasser, so wird das schmutzige Wasser nicht sauber, sondern das saubere Wasser schmutzig. Genau so erging es der reinen biblischen Botschaft über Tod und Auferstehung in der Kirche. Von der Lehre Jesu blieb nur noch wenig übrig. Wäre es nicht an der Zeit, sieh wieder ernsthaft darum zu bemühen, die beiden Strömungen klar auseinander zuhalten?"

(Zitat aus "Gereimtes und Ungereimtes über Tod und Auferstehung, Himmel und Hölle". Siehe auch Buchtipp, Hervorhebungen vom Autor.)

 

Ende

"Und die Frau war bekleidet mit Purpur und Scharlach und geschmückt mit Gold und Edelsteinen und Perlen und hatte einen goldenen Becher in der Hand, voll von Greuel und Unreinheit ihrer Hurerei." (Offb 17,4)

Und Jeremia schreibt in Jer 51,7: "Ein goldener Kelch, der alle Welt trunken gemacht hat, war Babel in der Hand des HERRN. Alle Völker haben von seinem Wein getrunken; darum sind die Völker so toll geworden."

Die Symbolik ist eindeutig: Welche Frau (=Kirche) ist bekleidet mit Purpur und Scharlach? Wer schmückt sich mit Gold, Edelsteinen und Perlen? Es ist eine[2] abgefallene Kirche, die sich mit allen möglichen heidnischen und falsche Lehren und Sitte "verunreinigt"... 

Die dreifache Krone zeigt die dreifache Macht des Papstes (König des Himmels, der Erde und der Hölle)

Wie treffend ist die Bezeichnung "Babylon" (= leitet sich von "Verwirrung" ab.)! - Mit Prunk und mit Äußerlichkeiten werden die Menschen in die Irre geführt. Millionen von Menschen werden - ohne das sie es wissen - dazugebracht heidnische Praktiken auszuführen. Wir Christen sind fast alle trunken geworden, von einem Wein, den man nicht trinken kann, dem Wein Babylons.

Der Engel aus Offenbarung 18, 4 spricht: "Geht hinaus aus ihr, mein Volk, dass ihr nicht teilhabt an ihren [Babylons] Sünden und nichts empfangt von ihren Plagen!" - Ist dieser Aufruf nicht auch an uns gerichtet? Sollen wir denn weiter die heidnischen Bräuche hochhalten? Wozu? Die Entscheidung liegt bei uns...

Gott hat die Menschen vor den Götzen gewarnt: Sie sind nur von Menschenhand gemacht (Psalm 115,4-7). Sie sind ein nichts - nicht mehr als eine Vogelscheuche. Und sie können uns werder helfen noch schaden. (Jeremia 10,3-5). Es ist vergeblich sie anzurufen, ihnen Opfer zubringen, Rituale zu machen. Nicht die von Menschen geformten Gebilde, nicht die Symbole und Kulthandlungen helfen. Die Hoffnung auf solche Dinge zu setzten, ist für Gott enttäuschend.

Gott will das Herz des Menschen und keine formalen Rituale! Selbst die sinnvollen, zum Segen der Menschen eingesetzen Feste und seine Anbetung, stoßen ihn ab, wenn das Herz nicht dabei ist. Und er wünscht sich, dass wir ihm vertrauen und uns von ihm führen lassen - ihm glauben und auf ihn hoffen. Dann wird ER uns NICHT enttäuschen!

 


[1] Gerade dieses Läuterungsfeuer wird heute noch als Fegefeuer in der röm.-kath. Kirche gelehrt.

[2] ... oder mehre Kirchen. Von der Hure Babylon heißt es, sie ist eine Mutter der Hurerei! (Offb 17,5) Hat sie auch Töchter?